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WIESBADEN-BIERSTADT
Bierstadt ist einer der östlichen Vororte der hessischen
Landeshauptstadt Wiesbaden. Die ehemals selbständige Gemeinde, die am 1.
April 1928 eingemeindet wurde, liegt unmittelbar östlich der Wiesbadener
Innenstadt und hat ca. 12.500 Einwohner. Die ältesten
Siedlungsspuren im Bierstadter Raum stammen aus der Steinzeit. Als
"Birgidestad" wurde Bierstadt in einer Schenkungsurkunde vom 12. März
927 erstmals erwähnt. Der Ort ist eine Gründung irischer Mönche, die ihn
nach der irischen Nationalheiligen Birgid benannten. Aus dem 11./12.
Jahrhundert stammt die evangelische Kirche, die nicht nur die älteste
Kirche Wiesbadens, sondern nach der aus der Römerzeit stammenden
Heidenmauer in der Wiesbadener Innenstadt das zweitälteste Baudenkmal
der Stadt überhaupt ist. Bierstadt gehörte in der Folge zu Nassau,
unterlag aber zugleich starken Einflüssen des Erzbistums Mainz. Im Zuge
der Reformation gelangte Bierstadt dann vollständig unter Nassauische
Herrschaft. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges zählte der Ort nur
noch 17 Bürger. Die Bemühungen um einen Wiederaufbau wurden durch eine
Feuersbrunst im Jahr 1691 zurückgeworfen; Mitte des 18. Jahrhunderts gab
es aber wieder etwa 500 Einwohner. Mit dem Aufstieg Nassaus zum
Herzogtum und der Säkularisierung der klösterlichen Güter zu Beginn des
19. Jahrhunderts kehrte eine Phase der Ruhe ein. Als Nassau im Jahr 1866
Teil Preußens wurde, machte sich die Nähe Wiesbadens immer stärker
bemerkbar und führte zu einem Rückgang der Landwirtschaft zugunsten von
Industrie und Kurwesen. Im Jahr 1905 hatte Bierstadt schon 3870
Einwohner. Zu
Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Kontakte zum benachbarten
Wiesbaden immer enger: Die Wasser-, Strom- und Gasversorgung Bierstadts
erfolgte von Wiesbaden aus, und ab 1910 gab es eine
Straßenbahnverbindung. Ab 1898 war geplant auf der Bierstadter Höhe
einen großen Aussichtsturm zu errichten. Gebaut wurde aber nur 1910 ein
hölzernes Provisorium, welches 1918 abgerissen wurde. Am 1. April 1928
wurde Bierstadt schließlich nach Wiesbaden eingemeindet. Im Dritten
Reich wurde auch Bierstadt vom Nationalsozialismus dominiert. So wurde
am 9. November 1938 auch die aus dem Jahr 1827 stammende Bierstadter
Synagoge zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurde Bierstadt von einigen
Bombenangriffen getroffen und zu weiten Teilen zerstört oder beschädigt.
Nach dem Krieg fand eine große Zahl von Flüchtlingen und
Heimatvertriebenen ihre neue Heimat in Bierstadt, so dass der Stadtteil
auf 7000 Einwohner anwuchs. Außerdem wurden auf Bierstadter Gemarkung
etwa 1800 Wohnungen für die amerikanischen Besatzungstruppen errichtet.
Im Jahr 1970 war Bierstadt dann bereits auf 12.000 Einwohner
angewachsen. In Bierstadt gibt es eine Bücherei, eine Grundschule
(Grundschule Bierstadt mit ihren beiden Standorten Hermann-Löns-Schule
und Robert-Koch-Schule) und eine Gesamtschule (Theodor-Fliedner-Schule).
Eine Vielzahl von Vereinen bündelt sportliche und
kulturelle Aktivitäten.
Bierstadt übt als
größter der östlichen Vororte in gewissem Umfang zentralörtliche
Funktionen aus. So ist die Ortsverwaltung auch für die Vororte
Erbenheim, Igstadt, Kloppenheim und Heßloch zuständig; außerdem verfügt
Bierstadt über eine Vielzahl unterschiedlicher Geschäfte und
Gaststätten. Industrie gibt es in Bierstadt nicht, lediglich ein
kleineres Gewerbegebiet. In einem neuen Gewerbegebiet am östlichen
Ortsrand siedeln sich seit 2006 die ersten Betriebe an. Ebenfalls am
östlichen Ortsrand findet man mehrere Baumschulen und Großgärtnereien,
von denen einige schon zur Kaiserzeit betrieben wurden. Freitags
nachmittags findet auf dem Platz vor der evangelischen Kirche ein
kleiner Wochenmarkt statt. Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die
kommerzielle Pferdehaltung. Kein anderer Wiesbadener Ortsteil weist so
viele Pferdestellplätze und -Gatter auf wie Bierstadt. Bierstadt hat 797
Gewerbebetriebe (11,7 % prod. Gewerbe / Handwerk, 16,7 % Einzelhandel,
56,6 % Dienstleistung; Stand 1. Januar 2005). Die Eigenheimquote (Anteil
1-2 Familienhäuser) von 67,3 % unterstreicht die relativ hohe
Kaufkraftquote je Einwohner (22.505 Euro, Stand 2005). Über die
Neuigkeiten aus Bierstadt informieren monatlich die Bierstadter
Nachrichten. Vorläuferin dieser Zeitung, die mittlerweile über Anzeigen
finanziert und kostenlos an alle Haushalte verteilt wird, war die seit
1901 erscheinende Bierstadter Zeitung.
TERRASSON
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„Terrasson La Villedieu
Chef-lieu de Canton.
Carrefour de trois
régions
Périgord Limousin
Quercy“ |
„Terrasson La Villedieu
Kantonshauptort
Kreuzungspunkt dreier Regionen
Périgord Limousin Quercy“
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So
stellt sich selbstbewusst auf den offiziellen Briefköpfen diese Stadt
von über 6.000 Einwohnern vor, die sich außerdem „Tor zum Périgord und
zum Tal der Vézère“ nennt, am östlichen Rand des Départements Dordogne
liegt und von der unbequemen Nationalstraße N 89, die Bordeaux mit Lyon
verbindet, durchschnitten wird. Die Stadtregierung setzt damit einen
Akzent: Terrasson ist eine offene Stadt, ist Durchgangsort,
Kreuzungspunkt. Terrasson an der Kreuzung der Autobahnen A 20 und (der
noch zu verwirklichenden) A 89 will Schwerpunkt sein, nicht nur in
seinem Kanton, auch für das nähere Umland.
Geschichte
Der
Überlieferung nach hat der Heilige Sour (oder Sore oder Sorus), ein
Einsiedlermönch, im 6. Jahrhundert nach Christus auf dem Gebiet der
heutigen Stadt Terrasson ein Kloster gegründet. In den Jahrhunderten,
die der Gründung folgten, wurde das Kloster, das den Namen Genouillac
bis etwa 900 trug, mehrfach geplündert und wiederaufgebaut, von Äbten,
Grafen und anderen Herren, Angehörigen mächtiger Familien regiert, die
in zahllose Streitigkeiten und bewaffnete Auseinandersetzungen
verwickelt waren.1236 wird Terrasson von der Königin Blanche de Castille
zur Gemeinde erhoben, es erhält einen Stadtrat und einen Schultheiß.
Zwischen dem Steilhang, auf dem die Abtei liegt, und dem Fluss verläuft
in Ost-West-Richtung die alte Römerstraße, deren Trasse dann die
Nationalstraße 89 folgt, die erst 1977 auf die andere Flussseite verlegt
wird. In der Nord-Süd-Richtung befand sich unterhalb der Abtei eine Furt
durch die Vézère, bevor an dieser Stelle im 12. Jahrhundert die heute
noch bestehende „Alte Brücke“ errichtet wurde. Die Lage als
Durchgangsstation vom Limousin zum Périgord und als Kreuzungspunkt am
Fluss hat Terrasson nach allen Seiten geöffnet, aber auch dazu
beigetragen, dass es im Laufe der Zeiten geplündert und verwüstet wurde.
Die Stadt wurde um 1800 Kantonshauptort und entwickelte sich im 19.
Jahrhundert am linken Ufer der Vézère, nach dem 2. Weltkrieg vorwiegend
auf dem rechten Ufer. Der notwendig gewordene Zusammenschluss der vorher
selbständigen Gemeinden Terrasson und La Villedieu erfolgte 1962.
Gegenwart
Die
Landwirtschaft des Gebiets um Terrasson ist gekennzeichnet durch
Nussbäume, Tabakfelder, Geflügelzucht und gemischten Feldfrüchteanbau.
Die Industrie hat in Terrasson eine lange Tradition. Davon zeugen die
alten Braunkohlengruben in Le Lardin und Cublac, die allerdings nicht
besonders einträglich waren. Die Glasfabriken von Brardville (benannt
nach dem Ingenieur Cyprien Brard, geschlossen 1936) und Terrasson
(geschlossen 1954) boten zu ihrer Zeit wichtige Arbeitsplätze. In den
20er Jahren entstand die Papierfabrik von Condat, heute das bedeutendste
Unternehmen des Départements, an der Stelle, wo sich vorher die Gerberei des
Lyoner Fabrikanten Gillet befand, die ihrerseits auf den
Braunkohlegruben von Le Lardin errichtet worden war.
Zahlreiche
Produktionsstätten und Unternehmen sind im Lauf der Zeit im Raum
Terrasson entstanden, eine Entwicklung, die bis heute andauert. Die
Produkte reichen von Papiererzeugnissen über Kautschukderivate (mit
zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten, auch in der Automobilherstellung),
Plastikwaren zu Lebensmittelkonserven, Holzwaren und handwerklichen
Erzeugnissen. Die Transportunternehmen runden das Bild ab. Was das
Gastgewerbe angeht, litt Terrasson bis in die 90er Jahre an einem
unzureichenden Angebot, inzwischen haben sich aber neue Betriebe
angesiedelt, alte modernisieren sich. Der Einzelhandel mit seinen
Lädchen und unabhängigen Gewerbetreibenden muss sich wachsam mit der
Anziehungskraft der kaum 20 Kilometer entfernten Stadt Brive
auseinandersetzen. Schließlich ist Terrasson dank seines Willens, sich
nach außen zu öffnen, mit Gemeinden in Deutschland, Belgien und den
Niederlanden verschwistert. Partnerschaften mit Städten in Südeuropa
sind geplant. Die Städtepartnerschaften stellen zweifellos einen
wichtigen Beitrag zur europäischen Einigung dar.

http://www.ville-terrasson.com/
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